120 Jahre Tradition, 60 Jahre Wissen: Kärnten feiert Weltbienentag mit Doppeljubiläum

Ein Jubiläum, das Bestand hat

Am Welttag der Bienen stehen jene kleinen Bestäuber im Mittelpunkt, die unverzichtbar für unsere Umwelt und unsere Lebensmittel sind. (LVBK/Pirker)
Am Welttag der Bienen stehen jene kleinen Bestäuber im Mittelpunkt, die unverzichtbar für unsere Umwelt und unsere Lebensmittel sind. (LVBK/Pirker)

Am 20. Mai wird weltweit der Weltbienentag begangen, ein Tag, der an die unverzichtbare Rolle der Bienen für unsere Ernährung und die Artenvielfalt erinnert. Für den Landesverband für Bienenzucht in Kärnten ist er heuer Anlass für ein ganz besonderes Doppeljubiläum: Seit 120 Jahren setzt sich der Verband für die Förderung der Bienenzucht ein und seit 60 Jahren bildet die Kärntner Imkerschule in Ochsendorf Generationen von Imkerinnen und Imkern aus.

 

Was 1906 mit einer Handvoll engagierter Imker begann, ist heute ein lebendiges Netzwerk von über 3.000 Mitgliedern, die gemeinsam die Tradition der nachhaltigen Bienenhaltung pflegen und weiterentwickeln.

 

„In 120 Jahren haben wir nicht nur Honig produziert, sondern vor allem Wissen bewahrt und Menschen für die faszinierende Welt der Bienen begeistert", erklärt Patrik Grausberg, Obmann des Landesverbandes für Bienenzucht in Kärnten. „Unsere Arbeit ist heute wichtiger denn je. Die Biene ist nicht nur Honiglieferant, sondern unverzichtbare Bestäuberin und damit Schlüssel zur biologischen Vielfalt."

60 Jahre Imkerschule Ochsendorf: Herz der Kärntner Imkerei

Seit 1966 ist die Kärntner Imkerschule in Ochsendorf das Herzstück der imkerlichen Aus- und Weiterbildung. Von der Völkerführung über Bienengesundheit bis zur Honigverarbeitung erlernen angehende Imkerinnen und Imker hier das Handwerk von Grund auf. Die Kombination aus überliefertem Erfahrungswissen und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen macht die Ausbildung bis heute einzigartig. In sechs Jahrzehnten hat die Schule Tausende Imkerinnen und Imker ausgebildet und damit einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Kärntner Bienenzucht geleistet. Die Imkerschule des Landesverbandes für Bienenzucht in Kärnten ist zudem mit dem Österreichischen Umweltzeichen sowie mit Ö-Cert zertifiziert und steht damit für höchste Qualitätsstandards in der Erwachsenenbildung und nachhaltigen Wissensvermittlung.

Bienen: unverzichtbar für unsere Ökosysteme

Rund 80 Prozent der Wild- und Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Ohne Bienen würden unsere Teller deutlich leerer aussehen. Engagierte Imkerinnen und Imker sind deshalb nicht nur Honigproduzenten, sondern auch aktive Naturschützer, die mit ihrer Arbeit einen direkten Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leisten.

Anlässlich der beiden Jubiläen öffnet die Kärntner Imkerschule am 30. Mai ihre Türen und lädt ein, hinter die Kulissen einer modernen Imkereiausbildung zu blicken. Das Programm bietet für die ganze Familie etwas:

  • Führungen durch Schule und Bienenlehrpfad
  • Honigverkostung: von der Wabe direkt ins Glas
  • Einblicke in die Arbeit eines Imkers
  • Infotische zu Apitherapie, Nachhaltigkeit und Völkerführung
  • Mitmachstationen für Kinder und Erwachsene
  • Drohnen streicheln: das sanfte Highlight für alle Neugierigen
  • Rätselrallye für Kinder: auf Entdeckungsreise durch die Welt der Bienen
  • Tombola mit attraktiven Preisen rund um die Imkerei

„Wir möchten zeigen, dass Imkerei mehr ist als ein Hobby. Es ist gelebter Naturschutz, jahrhundertealtes Handwerk und zugleich hochmoderne Wissenschaft", so Patrik Grausberg. „Der Tag des offenen Bienenstocks ist die perfekte Gelegenheit, in die Welt der Bienen einzutauchen und vielleicht selbst die Faszination für die Imkerei zu entdecken."

 

Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.