Mein Name ist Christoph Walter Weinberger (geb. 1986) und ich habe seit Mai 2025 das Honigreferat übernommen. Mein Verständnis des Honigreferates bezieht sich nicht nur auf Honig, sondern auf alle Bienenprodukte. Nach meiner Matura an HTBL Ferlach und dem Studienabschluss an der Alpen Adria Universität Klagenfurt (technische Mathematik) konnte ich mich meiner Begeisterung hingeben und besuchte 2016 den Baum- und Kellerwart Kurs der LK Kärnten, dann die Ausbildung zum Landwirtschaftlichen Facharbeiter an der LFS St. Andrä und schließlich absolvierte ich den Bienenwirtschaftsfacharbeiter im Jahr 2021. Seit 2015 bin ich Bienengiftallergisch. Zusammen mit meiner Frau betreiben wir eine Landwirtschaft im Granitztal (Bez. Wolfsberg). Wir betreiben Zucht des Krainer Steinschafes, Streuobstbau und Imkerei.


Unsere Bienen müssen für einen Kilogramm Honig eine Herkulesaufgabe bewältigen (Flugstrecke mehr als 3 ½ x um die Erde, 2 bis 3 kg Nektar bzw. Honigtau sammeln). Deshalb ist jedes Honigbrot mehr als eine Lebensleistung einer Biene. Wir sind daher genauso wie jeder andere Landwirt – und das ist auch gut so – an die Natur und das Wetter gebunden. Jeder Honig ist ein Abbild der Landschaft. Bienen können nur das Sammeln an Nektar und Honigtau von Blüten und Bäumen, was im Flugradius der Bienen liegt. Dies bedeutet auch das jedes Honigjahr sein eigener Jahrgang ist und dies immer wieder an den unterschiedlichen Ständen deutlich erkennbar ist und gerade diese Eigenschaft rückt uns näher an den Wein, der auch über Jahrgänge, Rieden und Terroir definiert ist.
Ich lade daher jede Imkerin und jeden Imker ein den eigenen Honig in Ruhe pur zu betrachten, zu riechen und zu verkosten. Zusätzlich haben wir die großartige Möglichkeit das Labor zu nützen. Dort
können die Grundparameter bestimmt werden und einmal im Jahr an der landesweiten Prämierung teilgenommen werden.
Die Honige aus Kärnten sind klassischerweise Waldhonig bzw. Waldblütenhonige. Durch den Klimawandel und waldbaulichen Veränderungen sehen wir auch vermehrt die Ernte von Blatthonigen (Ahorn,
Linde, etc.) bzw. Blütenhonige. Diese Honige sind geschmacklich sehr spannend und bereichern unser Aromenspektrum.
Ein wichtiges und wertvolles Produkt aus dem Bienenvolk ist das Bienenwachs. Eigentlich schneeweiß wird es durch den Eintrag von Blütenpollen gelb. Die Biene „schwitzt“ das Wachs auf der Bauchseite aus den 4 paarig angeordneten Wachspiegeln aus. Das gut riechende Wachs kann für Auflagen und natürlich für Kerzen verwendet werden.

Nach der Obstblüte können mittels speziellen Pollenfallen die Pollenhöschen der Sammelbienen geerntet werden. Diese werden dann sanft getrocknet und danach sind sie eine sehr schmackhafte Zugabe in Joghurt oder Müsli.

Propolis ist eines der komplexesten Bienenprodukten. Roh ziemlich ungenießbar und haftet ewig an den Zähnen ist es im verarbeiteten Zustand eine wertvolle Ergänzung. Das Propolis wird von Knospen der Bäume oder von den Kelchen der Sonnenblumen geerntet.
